Rolf Henzegn
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Verantwortung – Was ist das?

(Kommentar von Rolf Henzgen)

Da wurden Bäume gefällt. Die waren krank. Sie drohten  umzustürzen, Äste abzubrechen. Menschen waren gefährdet. Eigentlich nichts Besonderes.

Besonders daran war, dass es Bäume waren, unter denen Verstorbene ihre letzte RheinRuhe gefunden hatten. Oft sogar waren diese Bäume zu deren Lebzeiten noch selbst ausgesucht worden. Oder noch Lebende haben sich diese schon als Grabstelle reservieren lassen. Natürlich zu einem sofort zu zahlenden Preis. Siehe hierzu: https://www.rheinruhe.de/index.php/mein-baum.html?gclid=EAIaIQobChMIo4TI3YGn6gIVSpSyCh1xewCPEAAYASACEgKWyfD_BwE

Dass hier Bäume gefällt werden (mussten), ist die eine Sache. Dass vor diesen Fällungen aber niemand bzw. nicht alle der letztendlich Betroffenen (lebende Grabbesitzer oder frühere Partner / Angehörige von dort Bestatteten) nicht über diese (notwendige) Maßnahme unterrichtet wurden, das ist die andere.

Jeder weiß: Da ist was falsch gelaufen!

Aber warum gibt das niemand der Verantwortlichen zu?

Wenn, wie pressemäßig erklärt, die Fällaktion bereits 14 Tage vorher bekannt war, dann hätte diese Zeit ausreichen können (und müssen), Verbindung mit den Betroffenen aufzunehmen. Von einer Verwaltung mit rund 50 Mitarbeiter*innen ist dies im digitalen Zeitalter mit digitalisiertem Kataster der RheinRuhe-Bäume selbst – oder vielleicht sogar gerade – in Corona-Zeiten erwartbar. Aber: Fehlanzeige! Nichts dergleichen geschah.

Stattdessen: Krisentreffen der Stadt- und Verwaltungsspitze hinter verschlossenen Türen. Und wortreiche, jedoch nichtssagende Erklärungen des „Pressesprechers“ der Breisiger Verwaltung. Dabei wurde – natürlich völlig unbeabsichtigt – der Eindruck erweckt, die gewählten Mitglieder des Breisiger Stadtrates hätten in dieser Sache die Zügel in der Hand und würden demnächst über die weitere Verfahrensweise entscheiden. Fakt ist: jedoch: Wenn man nicht weiß, dass man auf dem RheinRuhe-Pferd sitzt, hat man weder Zügel in der Hand, noch kann man die Richtung bestimmen. Denn bis dato wurden die Ratsmitglieder nicht über die Hintergründe informiert. Höchstens die der früheren Mehrheitspartei.

Erschwerend aber kommt hinzu, dass seitens der Verwaltung in ihren Presseerklärungen zur Thematik der Eindruck erweckt wird, sie habe Schlimmeres überhaupt erst verhindert, indem die Fällarbeiten sofort gestoppt wurden.

Keine Entschuldigung eines Verantwortlichen! Kein Wort des Bedauerns! Ein „Pressesprecher“ wird vorgeschickt!

Das seit Jahrzehnten in der Breisiger Verwaltung und von der früheren Mehrheitsfraktion praktizierte Prinzip des „Unter-Den-Teppich-Kehrens“ wird auch weiterhin angewandt. Gelehrt und vorgelebt in den letzten 16 Jahren vom Häuptling der Schwarzfußindianer und seinen Stammesbrüdern und -schwestern. Und der will seinen Federschmuck schon bald an den von ihm selbst auserkorenen Nachfolger übertragen …

Ob dieser Auserwählte dann aber alles anders (besser) macht, als von seinem Förderer gelernt?

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